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Kastellaun

 

Herzlich willkommen auf der Seite über Kastellaun. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 8,47 km² Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl von Kastellaun liegt momentan bei ungefähr 5.557 (31. Dez. 2021) womit die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Kilometer bei 656 liegt. Hier gelten die Autokennzeichen SIM und GOA. Zu erreichen ist die Gemeinde auch über die Domain www.kastellaun.de. Auf dieser Seite über Kastellaun finden Sie nicht nur geschichtliche Informationen oder die Chronik von Kastellaun, sondern auch die von uns empfohlenen Unternehmen aus der umliegenden Region.

Weitere Informationen finden Sie auch über www.kastellaun.de. Erreichen können Sie Kastellaun über gängige Verkehrswege. Der Gemeindeschlüssel lautet 07 1 40 064.

Die Gemeinde Kastellaun liegt auf einer Höhe von 430 Metern über dem Meeresspiegel.

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Die Stadt Kastellaun (amtliche Schreibweise bis zum 6. Dezember 1935: Castellaun) liegt in der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Geographie

Geographische Lage

Kastellaun liegt im vorderen Hunsrück etwa gleich weit entfernt von Rhein, Mosel und Nahe. Der Stadtkern liegt in einer Talsenke des Trimmbaches, der die Stadt und die Flur in Richtung des Deimerbaches entwässert.

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 755 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 53 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Aus dem Jahre 1226 datiert die erste urkundliche Erwähnung von „Kestilun“ (Flurname zu vulgärlateinisch *castellione ‚befestigtes Anwesen, Schlösschen‘). Die gleichnamige Burg Kastellaun wurde von den Grafen von Sponheim errichtet und gehörte bis 1417 zur vorderen Grafschaft.

1301 wurden Burg und Stadt Residenz von Simon II. von Sponheim und seiner Frau Elisabeth. Graf Simon II. verlieh Kastellaun 1305 Stadtrecht und erwirkte von König Heinrich VII., dem Bruder von Balduin von Luxemburg, Erzbischof zu Trier, am 8. November 1309 das Marktrecht. Um das Jahr 1310, nach neueren Erkenntnissen des Landeshauptarchiv Koblenz wohl 1330–1335, wird der Ort unter den Namen Kestulun und Kesteluno im Sponheimischen Gefälleregister der Grafschaft Sponheim erwähnt. Belagert wurde Burg und Stadt 1321 durch den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg. Balduin baute gegen Kastellaun die Burg Balduinseck bei Buch 1325. Im Jahr 1340 verließ Walram von Sponheim Kastellaun und ging nach Bad Kreuznach.


Die Grafen von Sponheim starben 1437 aus, und das Erbe fiel mit dem Amt Kastellaun an die Herren von Pfalz-Zweibrücken und Baden, die es gemeinsam verwalteten. Friedrich I. erhielt das Fürstentum Simmern und den Anteil der Grafschaft Sponheim aus dem Veldenzer Erbe, das er nach dem Tod des letzten Veldenzer (1444) von Kastellaun aus regierte. Er war somit eigentlicher Begründer der Linie Pfalz-Simmern. Friedrich I. und sein Bruder Ludwig teilten 1459 die väterlichen Besitzungen wiederum auf. Ludwig erhielt das Herzogtum Zweibrücken und Friedrich I. residierte in Simmern. Der pfalz-simmerische Anteil der Hinteren Grafschaft Sponheim fiel 1560 an Pfalz-Zweibrücken beziehungsweise 1569 an Pfalz-Birkenfeld unter Zweibrücker Hoheit.

Auf der Burg lebten bis 1594 verschiedene Amtmänner, die die Interessen der Gemeinherren Grafschaft Veldenz, Markgrafschaft Baden, Pfalzgrafschaften Simmern und Zweibrücken vertraten.

Als Markgraf Eduard Fortunat 1594 aus der Markgrafschaft Baden-Durlach vertrieben wurde, nahm er Zuflucht auf der Burg Kastellaun die damit erneut Residenz wurde.

Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) besetzten Spanier, Schweden, Lothringer, Hessen und Franzosen die Stadt. Große Pestepidemien wüteten.

Die Sponheimische Herrschaft um Kastellaun endete 1687 vorübergehend mit der Besetzung vieler linksrheinischer Gebiete durch die Truppen Ludwigs XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg. In dessen Folge wurden im Jahr 1689 Burg und Stadt zerstört. 1776 endete die Gemeinherrschaft, Amt und Stadt Kastellaun fielen an Pfalz-Zweibrücken.

Während der Koalitionskriege wurde die Region 1793/94 durch französische Revolutionstruppen besetzt, 1798 dem Departement Rhin-et-Moselle angegliedert und damit bis zum Wiener Kongress 1815 französisch. Infolge der Neuregelung der Territorien wurde Kastellaun Teil der preußischen Rheinprovinz.

Die Burg wurde 1820 Privatbesitz. Die Stadt kaufte das Gelände 1884 und sanierte das Gemäuer erstmals. Der Burgberg und das Gemäuer wurden 1990–1993 erneut saniert und restauriert. 1999 wurden das erste Burghaus und 2005 das zweite Burghaus wieder errichtet. Am 9. September 2007 wurde dort ein Dokumentationszentrum eingeweiht, das als Haus der regionalen Geschichte eingerichtet ist.

Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 14. September 1969 erhielt er wieder das Stadtrecht.

Kirche

Kastellaun gehörte früher zum Kirchspiel Bell. Im 14. Jahrhundert hat es eine Filialkirche. Mit der Einführung der Reformation durch Friedrich III. 1557 wurde Kastellaun selbständig. Bis zum Pfälzischen Erbfolgekrieg war die Stadtkirche Kastellaun ausschließliches Eigentum der Evangelischen. Die wenigen Katholiken des Städtchens hielten ihre Gottesdienste in der vor der Stadt liegenden Friedhofskapelle (ab 1728 neue Saalkirche).

1690 wird die Kirche zur Simultankirche bestimmt. 1894 wird das zu vielen Streitigkeiten führende Simultaneum durch Vertrag und Zahlung einer Ablösesumme von 12.000 Talern an die Katholiken aufgelöst, die daraufhin 1899–1902 eine neue neugotische Basilika durch Eduard Endler bauen lassen.

Eine jüdische Gemeinde bildet sich ab 1862 durch Zuzug von jüdischen Gläubigen offiziell um 1892. 1879 wird bereits ein eigener Friedhof außerhalb der Stadt errichtet. Die Synagoge wird am 10. November 1938, einen Tag später als sonst im Deutschen Reich, in Brand gesteckt.

Wappen

Blasonierung: „In Schwarz ein von Rot und Silber (Weiß) zweireihig geschachter Balken, darüber nebeneinander zwei goldene (gelbe) Helmkronen.“
Wappenbegründung: Das Wappen entstammt einem Gerichtssiegel aus dem frühen 15. Jahrhundert. Es zeigt den geschachten Balken der Grafen von Sponheim. Die beiden Kronen und der rot-weiße Schachbalken sind Zeichen für die hintere Grafschaft, welche als Symbol der Gemeinherrschaft der Sponheimer Grafen Simon und Heinrich galten.

Städtepartnerschaft

Mit der französischen Stadt Prémery in Burgund besteht seit 1994 eine Städtepartnerschaft. Diese Partnerschaft entstand aus einer im Jahr 1983 begonnenen Schulpartnerschaft zwischen der „IGS Kastellaun“ und dem „Collège Nationalisé mixte“.

Verkehr

Die Anbindung an den überörtlichen Verkehr ist über die seit 2014 fertiggestellte Umgehungsstraße B 327 (Hunsrückhöhenstraße) gegeben. Der Flughafen Frankfurt-Hahn befindet sich ca. 20 km in südlicher Richtung von Kastellaun und ist über die Hunsrückhöhenstraße erreichbar.

Schulen

Im Stadtgebiet von Kastellaun gibt es eine Grundschule, die Integrierte Gesamtschule (IGS) mit gymnasialer Oberstufe, die Theodor-Heuss-Schule (FOES) mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung sowie die Freie Waldorfschule Kastellaun.

Sonstige Einrichtungen

Das Julius-Reuß-Zentrum, eine Einrichtung des Schmiedel mit verschiedenen Wohnangeboten für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf, ist in einem Wohngebiet zwischen dem Stadtkern und dem Industrie-Gebiet angesiedelt. Die Lebenshilfe Rhein-Hunsrück unterhält eine integrative Kindertagesstätte, eine Tagesförderstätte und ein Wohn- und Apartmenthaus für Erwachsene. Menschen mit seelischer Beeinträchtigung finden in einem rehabilitativen Wohnheim der Stiftung Bethesda – St. Martin ein Zuhause.

Im Industriegebiet der Stadt befindet sich eine Zweigstelle der Rhein-Mosel Werkstatt, ein Betrieb mit „geschützten Arbeitsplätzen“ für Menschen, welche nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können (WfbM).

Freizeit

Am südöstlichen Stadtrand befindet sich ein Hallenbad mit integriertem Reha-Zentrum angegliedert an einen Sport- und Fitnessbereich. In dessen unmittelbarer Nähe schließt eine Minigolfanlage das Gelände ab.

Seit Mai 2008 gibt es den Kyrillpfad. Ein Teil der Waldfläche, die vom Orkan Kyrill verwüstet worden war, wurde für Besucher zugänglich gemacht. Auf einem 800 Meter langen Pfad durch 1,5 Hektar Windwurffläche kann man sich ein Bild von den Sturmschäden machen und dabei etwas über den neu entstehenden Wald erfahren. Zehn Informationsstationen beschäftigen sich detailliert mit der Geologie, Bodenkunde, der Wurzelentwicklung, Klima und Wetter, dem Leben im Totholz, der Gefräßigkeit des Borkenkäfers, der natürlichen und künstlichen Waldverjüngung, der maschinellen Holzernte und der modernen Forstwirtschaft.

In der Nachbarschaft des Kyrillpfades wurde im Mai 2008 ein Hochseilklettergarten und ein Barfußpfad eröffnet.

Am südlichen Stadtrand von Kastellaun verläuft auf der Trasse der ehemaligen Hunsrückbahn der Schinderhannes-Radweg. Dieser startet in Simmern und führt an Kastellaun vorbei nach Emmelshausen.

In der Nähe der Stadt Kastellaun liegt die ehemalige Raketenbasis Pydna. Hier findet jedes Jahr das Techno-Festival Nature One statt.

Neben vielen anderen Vereinen gibt es den Turnverein Kastellaun. Er ist Teil der überörtlich bekannten Handballspielgemeinschaft (HSG) Kastellaun-Simmern.

Tourismus

Die Stadt bemüht sich um die Förderung des Tourismus. Führungen durch die Altstadt und zur Burgruine werden angeboten. Die bedeutendsten Bauwerke, sowie historische Begebenheiten zur Geschichte der Burg und Stadt Kastellaun, werden dabei von fachkundigen Führern gezeigt und erklärt. Der kleine traditionelle Tier-Erlebnispark Bell liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Beller Marktplatzes und beherbergt seit 2015 in einem Tigergehege vier sibirische Tiger.

Kastellaun liegt an der Deutschen Alleenstraße.

Bundeswehrstandort

In Kastellaun befindet sich seit dem 20. März 1964 eine Bundeswehrkaserne, welche früher das Fernmelderegiment 920 und eine Instandsetzungseinheit, jetzt das Informationstechnikbataillon 282 beherbergt. In der Kaserne befindet sich die sogenannte BSg-K: Diese ist eine der drei festen Bodenstationen des bundeswehreigenen Satellitenkommunikationssystems SATCOMBw und verfügt über eine C-Band-, zwei X-Band- und P-Band-Antennen.

Hunsrück

Der Hunsrück ist ein in Rheinland-Pfalz und zu geringen Teilen im Saarland liegendes Mittelgebirge mit dem Erbeskopf (816 m ü. NHN) als höchster Erhebung. Als südwestlicher Teil des Rheinischen Schiefergebirges gehört es zu den älteren Gebirgen Deutschlands, deren Gesteine überwiegend aus dem Devon stammen und im
Rahmen der variszischen Gebirgsbildung verfaltet wurden.

Geographische Lage

Den Kern des Hunsrücks bilden die Hunsrückhochfläche (400 bis 500 m Höhe) und die Simmerner Mulde. Im Nordwesten wird der Hunsrück von der Mosel und im Osten vom Rhein eingegrenzt. Der nordöstlichste Zipfel wird daher vom Deutschen Eck gebildet.

Ab der Mündung der Nahe in den Rhein verläuft nach gängiger Einteilung die Südgrenze des Hunsrücks, von Ost nach Südwest, über die Südgrenze von Binger Wald, Soonwald, Lützelsoon (Soonwald im weiteren Sinne) zum in einigen Kilometern Entfernung folgenden Südrand des Schwarzwälder Hochwaldes.

Die Nahe flankiert hier das Mittelgebirge aus einigen Kilometern Abstand – das Obere Nahebergland ist dem Hunsrück insofern vorgelagert. Westlich des Hochwaldes tritt der Hunsrück nur lokal und knapp über die Saar bei Mettlach hinaus. Abgesehen vom Gebiet unmittelbar nordwestlich von Mettlach bildet ansonsten die Saar über eine weite Strecke die Westgrenze des Mittelgebirges.

Der Hunsrück hat eine Südwest-Nordost-Ausdehnung von circa 100 km, von Nordwest nach Südost erreicht er im Südwesten zur Saar und Ruwer bis zu 20 km, im Nordosten zum Rhein bis zu 35 km.

Im Kern besteht er aus einer rund 400 m bis 500 m ü. NHN hohen Rumpffläche, die sich zu Mosel und Rhein hin durch Täler zerteilt, auf die indes von Südwesten nach Nordosten streichende, höhere Quarzitrücken bzw. -kämme aufgesetzt sind. Das höchste und auch flächenmäßig größte Massiv bilden dabei die Teillandschaften von Hoch- und Idarwald im zentralen Süden. Zwischen den bis 762,7 m hohen Kämmen des Schwarzwälder Hochwaldes und dem nordöstlich davon leicht versetzten des Idarwaldes (bis 766,2 m) bildet der 816,32 m hohe Erbeskopf klar den Höhenschwerpunkt des Mittelgebirges.

Nordwestlich der unmittelbar an den Erbeskopf anschließenden Kämme überragen der Osburger Hochwald (bis 708,1 m) und der Haardtwald (bis 658 m) inselartig deutlich ihr Umland und sind ebenfalls durch Quarzitkämme geprägt. Nordöstlich der Hauptkämme folgen schließlich die Kämme des Soonwaldes (bis 656,8 m), die zum Rhein hin, am Binger Wald, kaum an Höhe nachlassen (Kandrich: 638,6 m). Rechtsrheinisch setzt sich die Kammlinie des Hunsrücks im Taunushauptkamm fort, der nur in Bereich des Feldberg-Taunuskamm rund um den Großen Feldberg (bis 879 m) im östlichen Hohen Taunus, die Höhe des Soonwaldes – und sogar die des Erbeskopfes, also die des Hunsrücks insgesamt – merklich übersteigt.

Der nordöstliche Teil des Hunsrücks, der sich von Idarwald und Soonwald bis zu Rhein und Mosel zieht, weist einen deutlichen Plateaucharakter (Hunsrückhochfläche) auf und erreicht seine höchsten Höhen in der Regel im Osten, an der Wasserscheide zum Oberrhein. Hier werden nordöstlich von Laudert 558 m,[2] weiter im Norden und nordwestlich oberhalb Rheinbays immerhin noch 536,3 m erreicht. Im Zentrum der Hochfläche werden Höhen um 500 m nur vereinzelt erreicht, ausnahmsweisen aber auch 527 m nordöstlich von Kappel. Die Talränder an der Nahe, der Mosel und dem Rhein sind steil, an der Saar sind diese weniger stark ausgeprägt.

Geomorphologisch bestehen sehr große Ähnlichkeiten zur Eifel, dem Taunus und dem Westerwald, die ebenfalls zum Rheinischen Schiefergebirge gezählt werden. Der Hunsrück ist dabei der nach Naturausstattung einfachste und einförmig gebauteste Teil des Schiefergebirges und kann somit als dessen typischster Bestandteil gelten.

In west-östlicher Richtung von Saarburg nach Koblenz verläuft die Hunsrückhöhenstraße. Von West nach Ost durchzog einst eine römische Militärstraße, die so genannte Ausoniusstraße, das Mittelgebirge und verband Trier mit Bingen.

In vielen Grundschulen im Hunsrück lehrt man die Kinder die Grenzen des Hunsrücks mit folgendem Merkspruch: „Mosel, Nahe, Saar und Rhein schließen unsern Hunsrück ein.“

 Naturräumliche Gliederung

In den Arbeiten zum Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands seit den 1950er Jahren wurde der Hunsrück als Haupteinheitengruppe mit der Kennzahl 24 versehen und in insgesamt sieben Haupteinheiten aufgeteilt, die in den später erschienenen Einzelblättern 1:200.000 weiter in feinere Einheiten zerlegt wurden:

240 Soonwald
241 Simmerner Mulde
242 Hoch- und Idarwald
243 Hunsrückhochfläche
244 Rheinhunsrück
245 Moselhunsrück
246 Saar-Ruwer-Hunsrück

Die Haupteinheit Soonwald meint hierbei den Soonwald im weiteren Sinne, der vom Lützelsoon über den Soonwald im engeren Sinne bis zum Binger Wald reicht nebst Randtälern von Hahnenbach, Simmerbach und Guldenbach. Nach Süden wird diese Landschaft durch die Soonwaldvorstufe abgedacht, die jedoch, als eigenständige Haupteinheit, dem Saar-Nahe-Bergland zugerechnet wurde. Hier wählte man in der Hauptsache die geologische Grenze zwischen Rotliegend und Carbon und den älteren devonischen Gesteinen als physische Grenze des Hunsrücks.

Nach Norden bis Nordwesten schließt sich an die Soonwald-Einheit die Simmerner Mulde im Einzugsgebiet des Simmerbachs um Simmern an. Zur Einheit zählt, neben der eigentlichen Simmerner Mulde, auch die sogenannte Idar-Soon-Pforte zwischen dem östlichen und dem zentralen Höhenschwerpunkt des Hunsrücks, wo sich Kyrbach und Idarbach zum Hahnenbach vereinigen. Auch ein großer Teil des Fischbachs durchläuft diese Pforte, die, zwischen den Teilkämmen des Schwarzwälder Hochwaldes, in die Kempfelder Mulde bei Kempfeld übergeht, welche vom Oberlauf des anderen Idarbachs durchlaufen wird.

Die Haupteinheit Hoch- und Idarwald gruppiert sich an den Quarzitkämmen rund um den Erbeskopf, dem eigentlichen Rumpf des hohen Hunsrück. Er verbindet die beiden leicht voneinander versetzten Kämme von Idarwald und Schwarzwälder Hochwald. In der naturräumlichen Gliederung wurde er dem Idarwald zugerechnet, landläufig wird er aber auch als Teil des Schwarzwälder Hochwaldes angesehen; letztlich überragt er beide um mehr als 50 Meter und geht vergleichsweise fließend in deren Kämme über. Der unmittelbar am Erbeskopf ansetzende Nordostteil des Schwarzwälder Hochwaldes wird, nach Malborn unmittelbar nördlich der Kämme, als Malborner Hochwald bezeichnet. Südöstlich parallel dazu verlaufen die Kämme von Herrsteiner Forst und Dollbergen, die zusammen eine Einheit bilden, jedoch durch den Traunbach voneinander getrennt werden. Zwischen beiden Kämmen liegt im Nordosten die Kempfelder Hochmulde (s. o.) und im Südwesten die Züscher Hochmulde bei Züsch, die auch zur Einheit gehört.

Mit den Querungen von Prims, Löster und Wadrill verlieren sich die Quarzitkämme des Malborner Hochwaldes allmählich, um erst jenseits der Wadrill wieder einen kompakten Kamm erscheinen zu lassen. Dieser Teil mit Greimerath in seinem Westen wird als Greimerather Hochwald bezeichnet.

Um den nördlich etwas entfernten Osburger Hochwald noch in die Einheit einzubeziehen und diese weiterhin einfach zusammenhängend zu halten, bezog man einen Waldkorridor unmittelbar östlich des Haupttals der Ruwer mit ein, der vom Oberlauf des Flusses durchdrungen wird. Indes fehlen in diesem Korridor Quarzitkämme völlig und seine höchste Erhebung, der 532 m hohe Heidkopf, hat eine Kammrichtung, die senkrecht zu denen der Hochwälder steht. Letztlich ist dieser Korridor sogar weniger hoch als jener zwischen Kell am See und Reinsfeld, der ebenfalls komplett bewaldet ist. Alles in allem ist der Osburger Hochwald, wie auch der Haardtwald nordöstlich davon, eine für sich isolierte Höhenzone.

 Unter der Hunsrückhochfläche wird der Rumpf des Mittelgebirges zwischen Emmelshausen im Nordosten und Malborn im Westen verstanden, plus die sich westlich anschließenden Hochmulden an der oberen Löster bei Hermeskeil (sowie der oberen Wadrill bei Reinsfeld) und an der oberen Ruwer bei Kell. Der Nordosten der Hochfläche entwässert zur Mosel und, über Simmer- und Kyrbach, zur Nahe; der Mittelteil besteht demgegenüber fast aus dem kompletten Einzugsgebiet der Dhron (nebst Kleiner Dhron).

Der Rheinhunsrück im Nordosten des Hunsrücks geht fließend in das Obere Mittelrheintal über und beide Landschaften beinhalten praktisch das gesamte linksseitige Einzugsgebiet dieses Rheinabschnitts.

Ähnlich verhält es sich beim Moselhunsrück und dem sich fließend anschließenden Moseltal im Nordwesten, wobei jedoch die längeren Moselzuflüsse in ihren Oberläufen auf der Hunsrückhochfläche verlaufen.

Genetisch gehören auch die von der Mosel abgetrennten Moselberge zum Hunsrück, der in diesem Sinne erst an der Wittlicher Senke seinen Abschluss findet. Zur Haupteinheit Moselhunsrück wurde auch der Haardtwald (s. o.) gegliedert, der sich geomorphologisch deutlich vom Rest der Haupteinheit unterscheidet.

Der Saar-Ruwer-Hunsrück schließt das Gebiet nach Westen ab. Während das Mittelgebirge in fast allen östlicher gelegenen Teilen nach Süden schroff mit Kammgebirgen abschließt, endet im äußersten Südwesten der Hunsrück in der eher submontanen Saarschleife beim saarländischen Mettlach, wo die Quarzite das Tal geformt haben. Das Gebiet um diese Talung ist auch der einzige Teil des nominellen Hunsrück, der links über die Saar tritt. Der überwiegende Teil der Haupteinheit liegt indes zwischen den beiden namengebenden Flüssen und reicht von Mettlach im Süden bis nach Tarforst am Ostrand Triers im Norden.

Für eine komplette Listung der Einheiten siehe etwa Liste der naturräumlichen Einheiten in Rheinland-Pfalz.


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