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Schulen & Bildung

 

Schulsysteme

Gelernt hat der Mensch schon immer. Das heutige Schulsystem jedoch lässt sich in seinem Ursprung zurückverfolgen bis 789. Damals hatte Karl der Große eine Verordnung erlassen, an allen Klöstern und Bischofssitzen eine Schule einzurichten.

Die ersten Schulen im deutschsprachigen Raum waren somit Kloster- und Domschulen. Zwischen dem 9. Und 12. Jahrhundert öffneten diese immer öfter ihre Tore für Laien. Mit der Einführung verschiedener Schulsysteme entstand schon damals das erste Bildungssystem. Pfarrschulen oder auch Deutsche Schulen waren praktisch ausgerichtet und vermittelten elementares Wissen in der "Volkssprache".

In den Städten hatten Stiftsschulen ihren Ursprung und Lateinschulen, die Schulen der höheren Bildung, da Latein die Sprache der Wissenschaft war. Lateinschulen, auch als Ratsgymnasien bezeichnet, wurden gegründet, um sich von den Schulen der niederen Bildung abzugrenzen. Dieses System hat sich bis heute weiterentwickelt.

Die traditionsreichsten Schulen sind heute ausnahmslos Gymnasien, die ihren Ursprung ausnahmslos in den Einrichtungen der höheren Bildung finden. Lediglich die Ritterakademie für den adligen Nachwuchs hat den Sprung in die Moderne nicht geschafft.

Das heutige Schulsystem beginnt in der Regel mit dem Besuch der 4-Jährigen Grundschule. Danach folgt entweder eine meist 2-Jährige Orientierungsstufe oder der direkte Wechsel auf Hauptschule (5 Jahre), Gesamtschule, Realschule (6-Jahre) oder Gymnasium (9 Jahre). In einigen Bundesländern laufen Modellversuche wie z. B. das der Realschule Plus (in RLP seit 2008/09) oder die des Abiturs nach 12 oder 12,5 Jahren Gymnasium (G8).

Dieses Traditionelle Schulsystem wurde in den frühen 70’er Jahren durch verschiedene Elterninitiativen ergänzt. Vorangegangen war die Bewegung der Antiautoritären Erziehung die auch ein "anderes" Bildungssystem forderte. So erlebten sogenannte Alternativschulen wie z. B. Walldorfschulen und die Montessorischule ihren Aufschwung. Unser Schulsystem bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten und einer Vielzahl von Schwerpunkten. Das jeweilige Bildungsangebot kann bei dem Schulministerium des entsprechenden Bundeslandes angefragt werden.

Schul- / Studiengebühr

Auch unsere Bildung kostet Geld. Zwar wurde das Schulgeld in Deutschland 1933 für die Volksschule und 1959 für Gymnasien abgeschafft aber es gibt noch immer Ausnahmen und mancherorts recht hohe "Nebenkosten". Die einzige Ausnahme in Deutschland bilden die öffentlichen Europäischen Schulen, die eine Schulgebühr erheben.

Die "Nebenkosten" entstehen in den Bundesländern, in denen die Schulbücher von den Erziehungsberechtigten, also meist den Eltern, gekauft werden müssen. Je nach Jahrgangsstufe und Schulart ein oft sehr hoher Kostenfaktor! Nur in Ausnahmefällen wird der Antrag auf Kostenübernahme genehmigt, der strengen Richtlinien unterliegt.

Weiter geht es dann bei dem Besuch einer Universität oder Hochschule. Dort fallen Studiengebühren an, der Beitrag, den Studenten regelmäßig entrichten müssen, um ein Studium absolvieren zu dürfen. Aber auch vor der umstrittenen Einführung der Studiengebühr gab es keinen Zugang zu einer Hochschule ganz ohne Kosten.

Der ehemalige "Semesterbeitrag" war zwar verbindlich, konnte aber in Härtefällen erlassen werden. Egal ob Schul- oder Studiengebühren, hier handelt es sich um eine Beteiligung an den Kosten, die für den Besuch des Unterrichtes entstehen. Hinzu kommen jedenfalls die Kosten für alle benötigten Materialien bis hin zur Schuluniform (meist im Internat).

Wäre die meist höhere Bildung in Deutschland nicht mit Kosten verbunden, bräuchten wir weder Anträge auf Lehrmittelbefreiung noch Bildungsdarlehen oder BAföG. Die Grundbildung durch die öffentlichen Schulen ist aber glücklicherweise, im Gegensatz zu anderen Ländern, in Deutschland gesichert.

PISA

Programme for International Student Assessment heißt das Programm zur internationalen Schülerbewertung, das seit dem Jahr 2000 die alltags- und berufsrelevanten Kenntnisse und Fähigkeiten der 15-jährigen erhebt. Diese Schulleistungsstudie findet alle 3 Jahre statt. Teilnehmer sind die meisten Mitgliedstaaten der OECD und eine stetig steigende Zahl von Partnerstaaten. PISA wird im Auftrag der Regierungen durchgeführt, in Deutschland liegt dies im Bereich der Kultusministerkonferenz.

Aufgabe ist die regelmäßige Durchführung wie auch die Untersuchung einer Alters- und nicht einer Klassenstufe. Einbezogen werden müssen die Bereiche Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Grundkenntnisse. All diese Aufgaben werden in "persönlich oder kulturell relevante Kontexte" eingebettet. Das Ziel der PISA-Studien ist die Beschreibung des Ist-Zustandes sowie die Initiierung von Verbesserungen.

Bisher wurde bei jeder Studie die Untersuchung in einem Bereich vertieft: Im Jahr 2000 und 2009 die Lesekompetenz, 2003 die Mathematische Kompetenz und 2006 die naturwissenschaftlichen Grundlagen.

Zusätzlich wird in jeder der Studien ein Profil untersucht. Im Jahr 2000 waren es z. B. die Lernstrategien, 2003 das Feld der Problemlösungen und 2006 die Informationstechnische Grundbildung. Diese zusätzliche Erhebung wird jedoch nicht in allen teilnehmenden Staaten durchgeführt und ist somit gesondert zu werten.

Gemäß dem Ergebnis der PISA-Studie von 2009 liegen die deutschen Schüler in Mathematik auf Platz 16, bei den Naturwissenschaften auf dem 13. Rang und in der Lesekompetenz belegen sie Platz 20. (In allen drei Bereichen belegt China Platz 1) Mit diesem Ist-Zustand liegt Deutschland im oberen Drittel der Gesamtstudie. Dies sollte als Motivation für bessere Leistungen und auch als Argument für die vielerorts geführte Bildungsdiskussion dienen. Es muss jedem bewusst sein, dass die deutschen Jugendlichen mit Gleichaltrigen aus aller Welt um Arbeitsplätze konkurrieren werden.

Abitur "G8"

Das Abitur-> lateinisch examen abiturium "Abgangsprüfung", qualifiziert für ein uneingeschränktes Studium an Universität oder Hochschule. In der Regel werden hierfür nach dem Besuch der 4-Jährigen Grundschule 9 Jahre eines Gymnasiums besucht, das mit einer Reifeprüfung, dem Abitur, abgeschlossen wird.

Nun soll an Zeit gespart werden, nicht aber an Bildung. Das Abitur "G8" wurde eingeführt. Den Ursprung bildet das Abitursystem der DDR. Thüringen und Sachsen wollten nach der Wende das Abitur nach 12 Schuljahren beibehalten.

Dies wurde mit der Auflage genehmigt, die Pflichtstundenzahl zu erhöhen. Die von der Kultusministerkonferenz festgelegte Gesamtstundenzahl von 265 Jahreswochenstunden ab der Jahrgangsstufe 5 bis zum Abitur (9 Jahre) musste eingehalten werden. Die Verkürzung der Schulzeit ist inzwischen in allen Bundesländern eingeführt und die bisherigen Erfahrungen werden kontrovers diskutiert!

Nach der Wende stellten die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf das Schulsystem Abitur nach 13 Jahren um, da die geforderte Stundenzahl in 12 Jahren nicht zu leisten war. Durch die G8-Regelung wurden viele Gymnasien zu Ganztagsschulen ohne ihr Angebot für z. B. Mahlzeiten oder Pausen anzupassen.

Die G8-Schüler müssen 35-40 Unterrichtsstunden leisten zu denen noch die Hausaufgaben- und Lernzeit hinzukommt. Schnell summieren sich diese Stunden dann auf eine 50-Stunden-Woche. Das bedingt, dass nun der erste Schritt nach dem Zweiten gemacht werden muss. Die Rufe von betroffenen Schülern und Eltern werden laut, die Stundenpläne zu optimieren und die Gesamtstundenzahl zu reduzieren.

Was ist nötig für eine gute, ausgewogene Bildung? Ganz oben auf der Liste der zu reduzierenden Stunden stehen Fächer wie Religion, Kunst und Musik. Doch hier muss wohl noch einmal genauer hingeschaut werden. Auf jeden Fall sollte das "Turbo-Abi" entschärft und die Schule wieder menschlicher gestaltet werden. Auch wenn Leistung von Nöten ist, sollte diese in einem vertretbaren Rahmen gefordert werden.

Lehrermangel

Im Allgemeinen wird unter der Bezeichnung Lehrer der "Schullehrer" verstanden. Lehrer gibt es in öffentlichen und privaten Schulen. Die Aufgabe eines Lehrers ist es, andere dabei zu unterstützen, sich Bildung und Ausbildung anzueignen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Die Berufsbezeichnung "Lehrer" ist im Gegensatz zu der Amtsbezeichnung des "Studienrates" nicht geschützt. In Deutschland ist die Ausbildung je nach Bundesland und Schulform sehr unterschiedlich, was sich natürlich auf die Einsatzmöglichkeiten der Lehrkräfte auswirkt.

Was bundesweit ist und in den nächsten Jahren auch bleiben wird, ist der Mangel an ausgebildeten Lehrkräften an deutschen Schulen. Daran kann auch die sinkende Schülerzahl nicht wirklich viel verändern. Denn wenn sich die Zahl der Schüler bis 2020 von 12 Millionen auf ca. 10 Millionen reduziert, setzt sich der eklatante Lehrermangel trotzdem fort - denn von unserer überalterten Lehrerschaft werden in den nächsten 10 Jahren rund 350.000 in den Ruhestand verabschiedet.

Dieser Rechnung zufolge müssten in dieser Zeit ungefähr 300.000 Lehrer neu eingestellt werden. Dem Bedarf von jährlich ca. 30.000 Neueinstellungen stehen jedoch nur ca. 28.000 Lehramtsabsolventen pro Jahr gegenüber.

Da es an deutschen Schulen schon jetzt an 25.000 Lehrkräften mangelt, leiden unsere Schulen unter viel zu großen Klassen, viel zu vielen Vertretungsstunden und viel zu viel Unterrichtsausfall. Diese Zahl ist laut der Prognose des Deutschen Philologenverbandes noch steigend. Allerdings birgt das Studium eines Lehramtes keine Garantie für einen Arbeitsplatz. Ausschlaggebend sind hier Schulart, Region und das Fach. Groß ist der Bedarf z. B. für Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer. Hier fehlen bisher bereits 30.000 Lehrer.

Die insgesamt angespannte Personalsituation an fast allen deutschen Schulen öffnet jedoch einem neuen Markt die Tür. Bundesweit haben sich schon etliche Personalberater auf die Personalvermittlung in das Lehramt spezialisiert oder diesen Bereich in ihr Angebot mit aufgenommen. In diesen Online- bzw. Job-Börsen können Lehrkräfte im In- und auch Ausland vermittelt werden. Aber auch für "Quereinsteiger" bietet der Lehrermangel eine Chance. Besonders Berufsschulen akzeptieren immer mehr Hochschulabsolventen anderer Fachrichtungen, speziell wenn diese bereits Unterrichtserfahrung nachweisen können.

 
     

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