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Idar-Oberstein

Idar-Oberstein

 

Herzlich willkommen auf der Seite über Idar-Oberstein. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 91,58 km² Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl von Idar-Oberstein  liegt momentan bei ungefähr 28.423 (31. Dez. 2021) womit die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Kilometer bei 310 liegt. Hier gilt das Autokennzeichen BIR. Zu erreichen ist die Gemeinde auch über die Domain www.idar-oberstein.de. Auf dieser Seite über Idar-Oberstein finden Sie nicht nur geschichtliche Informationen oder die Chronik von Idar-Oberstein, sondern auch die von uns empfohlenen Unternehmen aus der umliegenden Region.

Weitere Informationen finden Sie auch über www.idar-oberstein.de. Erreichen können Sie Idar-Oberstein über gängige Verkehrswege. Der Gemeindeschlüssel lautet 07 1 34 045.

Die Gemeinde Idar-Oberstein liegt auf einer Höhe von 272 Metern über dem Meeresspiegel.

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Idar-Oberstein ist eine kreisangehörige Stadt im Landkreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz. Die verbandsfreie Stadt ist das Ergebnis umfassender Verwaltungs- und Strukturreformen der Jahre 1933, 1969 und 1970. Die Edelstein- und Garnisonsstadt ist mit knapp 30.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Kommune des Landkreises und ein Mittelzentrum. Seit 2016 trägt die Kommune den Titel „Nationalparkstadt Idar-Oberstein“.



Geographische Lage
Idar-Oberstein liegt am südlichen Rand des Hunsrücks beiderseits der Nahe. Größere Städte in der näheren Umgebung sind Trier (ca. 50 Kilometer westlich), Bad Kreuznach (ca. 30 Kilometer nordöstlich) und Kaiserslautern (ca. 35 Kilometer südöstlich). Die Stadt liegt am Rande des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Die Wasserversorgung bezieht die Stadt aus der Steinbachtalsperre.

Geschichte

Die Stadt Idar-Oberstein ist eine Kommune, die erst seit dem 1. Oktober 1933 besteht. Zuvor entwickelten sich die einzelnen Stadtteile sehr unterschiedlich.



Altertum und Mittelalter

Oberstein

Der Stadtteil Oberstein entwickelte sich aus der reichsunmittelbaren Herrschaft Oberstein. Die Herren vom Stein (Oberstein), erstmals 1075 erwähnt, hatten ihren Sitz oberhalb der später errichteten Felsenkirche, auf der Burg Bosselstein, welche bereits im 12. Jahrhundert erwähnt wird und als „Altes Schloss“ bekannt ist. Der Kernbereich der Herrschaft wurde begrenzt durch die Nahe, den Idarbach, den Göttenbach und den Ringelbach. Mitte des 13. Jahrhunderts spalteten sich die Obersteiner in die verfeindeten Linien der „Herren von Oberstein“ (Burg Bosselstein) und „von Daun-Oberstein“ (Schloss Oberstein). Erstere verließen schließlich die Gegend und letztere konnten ihren Machtbereich erheblich, auch auf Gebiete südlich der Nahe und den Idarbann, ausdehnen. Als Herrschaftssitz mit der Burg und den Befestigungen – Reste der um 1410 angelegten Stadtmauer sind heute noch „Im Gebück“ sichtbar – konnte Oberstein einen städtischen Charakter entwickeln, ohne jedoch über den rechtlichen Status eines Flecken hinauszukommen. 1682 wurden die Grafen von Leiningen-Heidesheim, 1766 die Grafen von Limburg-Styrum Besitzer der Herrschaft Oberstein, die im Wesentlichen auf das vorgenannte Kerngebiet zusammenschmolz, nachdem der Idarbann im Jahr 1771 an die Hintere Grafschaft Sponheim angegliedert wurde. 1776 wurden die Markgrafen von Baden Besitzer der Herrschaft, nachdem die Hintere Grafschaft Sponheim geteilt wurde.

Idar

Die Besiedlung von Idar kann bis in früheste Zeit durch Bodenfunde nachgewiesen werden. Der Ort Idar rechts des Idarbachs gehörte mit den Orten Enzweiler, Algenrodt, Mackenrodt, Hettenrodt, Hettstein, Obertiefenbach und Kirschweiler zum Idarbann. Das Gebiet gehörte überwiegend den Herren von Oberstein und teilt damit die Geschichte mit Oberstein, doch hatten insbesondere in Tiefenbach und Kirschweiler die Wild- und Rheingrafen sowie die Abtei Tholey Güter und sonstige Rechte.

Weitere Stadtteile

Der Ort Tiefenstein entstand aus der Zusammenlegung der Orte Tiefenbach und Hettstein im Jahr 1909. Die Territorialgeschichte der Idarbann-Gemeinde entspricht der von Idar und Oberstein. Tiefenbach wird in einer Urkunde von 1283 als Hof erwähnt; eine Erwähnung von 1051 kann nicht sicher dem Ort zugeordnet werden. Hettstein wurde 1321 als Henzestein bzw. Hezerten erwähnt und hatte unter anderem wildgräfliche Untertanen als Bewohner.

Das Dorf Algenrodt wird erstmals sicher in einer obersteinischen Lehensurkunde von 1321 als Alekenrod erwähnt. 1324 wurde es von den Herren von Oberstein an die Kyrburger Wild- und Rheingrafen verpfändet. Im Übrigen teilt Algenrodt die Geschichte mit den anderen Idarbann-Gemeinden.

Enzweiler kann Siedlungsspuren bis in römische Zeit nachweisen. 1276 besaß die Abtei Tholey eine Mühle bei Enzweiler. Der Ort selbst ist wohl im 14. Jahrhundert entstanden und war stets Teil des Idarbanns.

Der nördlich der Nahe terrassenförmig auf einem steil zur Nahe abfallenden Gelände gelegene Ort Georg-Weierbach geht wahrscheinlich auf eine Kirchengründung des Mainzer Erzbischofes Hatto im 10. Jahrhundert zurück. 1155 wird der Ort im Zusammenhang mit den Herren von Wirebach (= Weierbach) erwähnt. 1327 wurde der Ort, der kurzzeitig im Besitz der Herren von Randeck war, größtenteils an die Wild- und Rheingrafen verkauft und dem Amt Kyrburg zugeordnet. Die Bezeichnung Georg-Weierbach entstammt dem Patrozinium der Kirche.

Das 1271 erstmals urkundlich erwähnte Göttschied gehörte gemeinsam mit Regulshausen, Gerach und Hintertiefenbach zur Abtei Mettlach („Abteidörfer“). 1561 wurden diese Dörfer an die Hintere Grafschaft Sponheim verkauft.

Hamerzwiller (= Hammerstein) wird 1438 im Gültbuch der Grafschaft Sponheim erwähnt und befand sich bereits 1269 in hintersponheimischem Besitz, als es als Lehen an den Grafen von Schwarzenberg gegeben wurde.

Als Ursprung des Orts Kirchenbollenbach wird eine Kirchengründung des Mainzer Erzbischofs Williges nach 975 angesehen. Erstmals urkundlich nachweisbar ist der Ort 1128 unter dem Namen „Bolinbach“. Zunächst als Lehen der Herren von Schwarzenberg von den Grafen von Zweibrücken belegt, kam der Ort 1595 an die Kirner Wild- und Rheingrafen. Als eine regionale Besonderheit ist hier zu nennen, dass im weiteren Verlauf eine katholische Seitenlinie der überwiegend protestantischen Rheingrafen unter dem Fürsten Johann Dominik von Salm-Kyrburg in Kirchenbollenbach das Simultaneum einführte und eine neue (katholische) Pfarrei gründete.

Als Grundstein des Orts Mittelbollenbach gilt der 1283 als Besitz der Herren von Oberstein im Bereich des Waldgebiets Winterhauch erwähnte Hof Bollenbach. 1432 wurden die Herzöge von Lothringen mit Nah- und Mittelbollenbach belehnt, was nach dem Erlöschen der Obersteiner Linie wegen der komplizierten Erbfolge zu erbitterten Auseinandersetzungen führte. Erst im Jahr 1778 kam es zum Verzicht der Lothringer zu Gunsten von Kurtrier.

Bis 1667 entspricht die Geschichte Nahbollenbachs der von Mittelbollenbach. Dann wurde Nahbollenbach von Lothringen als Allodialbesitz von Oberstein anerkannt, verblieb aber seit 1682 als kurtrierisches Lehen bei der Herrschaft.

Das Abteidorf Regulshausen gehörte zur Abtei Mettlach und wurde 1561 von dieser an die Hintere Grafschaft Sponheim verkauft. Die älteste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1491.

Als „Weygherbach“ ist Weierbach 1232 erstmals erwähnt und gehörte zum vordersponheimischen Amt Naumburg. Die späteren Besitzer der Vorderen Grafschaft Sponheim waren die Markgrafen von Baden, wodurch der Ort auch unter dem Namen Baden-Weierbach bekannt wurde. Die häufig benutzte Bezeichnung Martin-Weierbach entstammt dem Patrozinium der Kirche.

Neuzeit

Französische Herrschaft


Nach Auflösung der alten Herrschaften führten ab 1794 die neuen französischen Herren eine umfassende Neuorganisation der territorialen (und sozialen) Struktur herbei. Der gesamte Raum gehörte zum Arrondissement Birkenfeld im Département de la Sarre und war vom 4. November 1797 nominell und nach den Vereinbarungen beim Frieden von Lunéville ab dem 9. März 1801 offiziell bis 1814 französisches Staatsgebiet. Die Einführung des Code civil, eine Justizreform und ganz besonders die Abschaffung von Adel und Klerus mit dem damit verbundenen Wegfall von Fron und anderen Lasten machten die französische Herrschaft rasch populär. Die enorme Steuerbelastung und die ständigen Aushebungen zu Gunsten der französischen Armee drückten jedoch auf die Menschen der Region.

Preußen und Oldenburg

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde der Raum erneut neu strukturiert. Auf der Grundlage des Artikels 25[6] der Schlussakte zum Wiener Kongress kam der Nordteil des Département de la Sarre im Juni 1815 zunächst an Preußen. In Oberstein wurde ein preußisches Landratsamt errichtet. Da sich Preußen im Pariser Frieden von 1815 verpflichtet hatte, aus diesem Gebiet einen Bereich mit zusammen 69 000 Einwohnern an den Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld (20 000 Seelen), den Herzog von Oldenburg (20 000 Seelen) und andere kleine Fürsten abzugeben und dieses im Artikel 49[7] der Schlussakte zum Wiener Kongress festgelegt wurde, kam es zu einer weiteren Aufteilung der Region.

Die südlich der Nahe gelegenen Orte Hammerstein, Kirchenbollenbach, Mittelbollenbach, Nahbollenbach und Martin-Weierbach sowie der Homerische Hof kamen daher 1816 an das Fürstentum Lichtenberg der Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Die Coburger Herzöge waren mit diesem Zugewinn nicht zufrieden, wie auch die Einwohner des Fürstentums Lichtenberg mit den Coburgern unzufrieden waren. Das Gebiet wurde 1834 für zwei Millionen Taler von Sachsen-Coburg und Gotha an Preußen verkauft und in den Landkreis St. Wendel umgewandelt, aus dessen nicht in das Saargebiet eingegliederten Teilen nach dem Ersten Weltkrieg der Restkreis Sankt Wendel-Baumholder hervorging. Die Preußen wurden ebenfalls nicht geliebt, weil sie teils mit militärischer Macht die eigene Ordnung durchsetzten. Man trug ihnen nach, dass sie u. a. auf coburgischen Hilferuf zum Hambacher Fest im Mai 1832 eine Protestkundgebung in St. Wendel, wo auch in napoleonischer Tradition ein Freiheitsbaum gesetzt wurde, mit militärischer Gewalt beendeten.

Idar, Oberstein, Tiefenstein, Algenrodt, Enzweiler, Georg-Weierbach, Göttschied und Regulshausen wurden am 16. April 1817 Teil des neu geschaffenen oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld im Amt Oberstein mit den Bürgermeistereien Herrstein, Oberstein und Fischbach. Die französische Gesetzgebung blieb bestehen, doch erließ der Herzog ein Staatsgrundgesetz, womit die Bevölkerung nicht einverstanden war, weil sie lieber bei Preußen geblieben wäre. Diese Fortsetzung der deutschen Kleinstaaterei wurde insbesondere in Idar und Oberstein sehr kritisch gesehen, im Gegensatz zu dem nun zur Residenzstadt aufgestiegenen Birkenfeld. Die seinerzeit schon überregional bis international ausgerichtete Schmuckindustrie und die bei aller Provinzialität doch weltläufigen Edelsteinhändler empfanden dieses, zumal nach der jahrelangen Zugehörigkeit zu Frankreich mit der mondänen Metropole Paris und den dort getätigten guten Geschäften, als Rückschritt und forderten z. T. energisch, aber erfolglos, den erneuten Anschluss an Preußen. Dennoch konnten sich die Oldenburger rasch bei der Bevölkerung beliebt machen, weil sie eine uneigennützige Verwaltung installierten, die unabhängige Rechtsprechung sicherstellten und vielfältige Aktivitäten zu Gunsten der Bauern und der Wirtschaft einleiteten. Ein geordnetes Schulsystem (1830 wurde in Oberstein eine Bürgerschule eingerichtet) und der vorübergehende Verzicht auf die Aushebung für den Militärdienst unterstützten dieses positive Bild. Es wurden Straßen ausgebaut und eine Fahrpost eingerichtet. Der Bau der Nahe-Eisenbahn und die Inbetriebnahme der Strecke von Bad Kreuznach nach Oberstein am 15. Dezember 1859 führten zu einem weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. 1865 wurden den Kommunen Oberstein und Idar formell das Stadtrecht durch Oldenburg verliehen.
Kaiserreich, Weimarer Republik und Drittes Reich

Mit der Reichsgründung 1871 gehörten die Gemeinden und Städte dem Deutschen Kaiserreich an. Nach Ende des Ersten Weltkriegs verzichtete der oldenburgische Großherzog Friedrich August auf seinen Thron. Aus dem Fürstentum Birkenfeld wurde der Landesteil Birkenfeld des Freistaats Oldenburg. Der Landesteil Birkenfeld wurde am 4. Dezember 1918 wie das gesamte Rheinland von französischen Truppen besetzt, die erst zum 30. Juni 1930 wieder abzogen (siehe Alliierte Rheinlandbesetzung). Nach dem Untergang des Kaiserreiches blieben die Gemeinden Teil des nun in eine Republik umgewandelten Deutschen Reiches.

Bei der Oldenburgischen Landtagswahl am 17. Mai 1931 erreichte die NSDAP über 37 Prozent der abgegebenen Stimmen, konnte jedoch noch nicht die Regierung bilden. Nachdem die NSDAP zunächst eine Toleranzerklärung für die bestehende Regierung abgegeben hatte, forderte sie bald die Auflösung des Landtags. Da dieser die Auflösung verweigerte, strengten die Nationalsozialisten ein Volksbegehren an, das zu einem Volksentscheid führte, mit dem am 17. April 1932 der oldenburgische Landtag aufgelöst wurde. Es kam damit zu einer noch weitgehend freien Neuwahl zum Oldenburger Landtag am 29. Mai 1932, die mit einem Gesamtstimmenanteil von 48,38 Prozent zu einem Sieg der NSDAP führte, die damit 24 von 46 Sitzen – eine absolute Mehrheit – erlangte. In der Stadt Idar erreichten die Nationalsozialisten über 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit konnten sie bereits vor der offiziellen Machtübernahme im Deutschen Reich im Oldenburgischen mit Billigung der Deutschnationalen Volkspartei, die über zwei Sitze verfügte, regieren. Eine der ersten Initiativen der neuen Machthaber war der Erlass einer Verwaltungsreform für das Land Oldenburg, dem am 27. April 1933 das ähnliche Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung für den Landesteil Birkenfeld folgte. Damit wurden insgesamt 18 ehemals selbständige Orte zusammengelegt, so auch die bis dahin selbständigen Städte Idar und Oberstein mit den Gemeinden Algenrodt und Tiefenstein zur neuen Stadt Idar-Oberstein. Das Gesetz wurde innerhalb weniger Wochen ohne weitere Diskussion oder Beteiligung, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und auch gegen den Willen der nicht gefragten Gemeinden wie Herrstein und Oberwörresbach, Rötsweiler und Nockenthal, Hoppstädten und Weiersbach durchgesetzt. Die Nationalsozialisten unter dem Kreisleiter Herbert Wild aus Idar besetzten bis zum Ende des Nazireichs alle wesentlichen öffentlichen Positionen. Am 1. Oktober 1933 wurden die Städte Oberstein und Idar zur Stadt Idar-Oberstein zusammengelegt.

1937 wurde auf der Grundlage des Groß-Hamburg-Gesetzes der oldenburgische Landesteil Birkenfeld aufgelöst und mit dem Restkreis Sankt Wendel-Baumholder in den preußischen Landkreis Birkenfeld überführt, dem alle Gemeinden der heutigen Stadt Idar-Oberstein angehörten. Im Zuge der Remilitarisierung des Rheinlandes wurde Idar-Oberstein ab 1938 deutsche Garnisonsstadt.

Bundesrepublik Deutschland

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das heutige Stadtgebiet zum Gebiet der Französischen Besatzungszone und der Landkreis Birkenfeld wurde ein Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Kommunalgebietsreform wurden neun Umlandgemeinden eingemeindet. Am 7. Juni 1969 wurden die Gemeinden Enzweiler, Göttschied, Hammerstein und Regulshausen eingemeindet, am 7. November 1970 erfolgte die Eingemeindung von Georg-Weierbach, Kirchenbollenbach, Mittelbollenbach, Nahbollenbach und Weierbach.[9] Dieser Gebietsreform gingen umfangreiche, teilweise im Verborgenen geführte Gespräche des damaligen Idar-Obersteiner Oberbürgermeisters Wittmann mit Verhandlungsangeboten an insgesamt 22 Gemeinden des Umlands voraus („Umlandgespräche“). Einer der Gründe war die damals erkennbare Abwanderung von Idar-Obersteiner Bürgern in die Umlandgemeinden, die umfangreiche Neubaugebiete bereitstellten – unter anderem Göttschied, Rötsweiler-Nockenthal und Kirschweiler –, während im Stadtgebiet selbst auf Grund der problematischen Geländestruktur derartige Neubauflächen kaum vorhanden waren. Ebenso mangelte es im Stadtgebiet an geeigneten Flächen für Industrieansiedlungen. Überraschend war das ohne vorhergehende Idar-Obersteiner Initiative geäußerte Beitrittsbegehren des Orts Weierbach. Dieser grenzte seinerzeit noch nicht an die Stadt Idar-Oberstein an und war als Nukleus für eine neue Großgemeinde oder Stadt vorgesehen, die unter anderem aus den dann zusammenzulegenden Gemeinden Weierbach, Fischbach, Georg-Weierbach und Bollenbach bestehen sollte.

Am 1. April 1960 wurde die Stadt Idar-Oberstein auf ihren Antrag hin von der Landesregierung zur Großen kreisangehörigen Stadt erklärt. Mit Ausnahme von Georg-Weierbach waren in den Orten bzw. den Gemeinderäten die Mehrheiten zu Gunsten der Auflösung der jeweiligen Gemeinde und des anschließenden Beitritts zur Stadt Idar-Oberstein sehr deutlich. Trotzdem kam es insbesondere im ehemaligen Amt Weierbach, das nun seiner Kerngemeinden beraubt war, zu erbitterten Diskussionen und auch verwaltungsgerichtlichen Auseinandersetzungen. Im April 1970 legte das Amt Weierbach Verfassungsbeschwerde beim rheinland-pfälzischen Verfassungsgerichtshof ein, der am 8. Juli 1970 feststellte, dass das Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung in Rheinland-Pfalz in Teilen verfassungswidrig sei. Das Selbstverwaltungsrecht des Amts Weierbach sei durch das Gesetz beeinträchtigt und die Lebensfähigkeit des Gemeindeverbands gefährdet. Damit wurden Weierbach, Georg-Weierbach, Nah-, Mittel- und Kirchenbollenbach mit sofortiger Wirkung wieder ausgemeindet und selbständig. Nach erbitterten Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Idar-Oberstein gemeinsam mit den Fusionsbefürwortern einerseits und dem Amt Weierbach und den Fusionsgegnern andererseits, die in Demonstrationen, Versammlungen oder Leserbriefduellen ihre Überzeugungen vertraten, fand Anfang September 1970 eine Bürgerbefragung mit einer Abstimmung im Amt Weierbach statt. Das Ergebnis entsprach dem vorherigen Stand: die zuvor nach Gerichtsbeschluss abgetrennten Gemeinden stimmten mit fast 80 Prozent der abgegebenen Stimmen für den Anschluss an Idar-Oberstein, während die übrigen Gemeinden des Amts Weierbach – Sien, Sienhachenbach, Schmidthachenbach, Fischbach, Zaubach und Dickesbach – mit einer Quote von rund 95 Prozent für den Erhalt des Amts Weierbach votierten.

Mit dieser Stadterweiterung hatten sich die Schwerpunkte im Kreis Birkenfeld wesentlich verschoben. Idar-Oberstein konnte sich als Mittelzentrum weiter entwickeln: Die Schullandschaft wurde erweitert (Realschule, Heinzenwies-Gymnasium), Neubaugebiete konnten ausgewiesen werden (besonders in Göttschied, Regulshausen und Weierbach), es war Raum für ein neues Krankenhausgebäude vorhanden und neue Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlung standen zur Verfügung (zum Beispiel Globus-Handelshof in Weierbach und das Einkaufszentrum EKZ in der Vollmersbach).

Da Idar-Oberstein nicht nur über eine gute Allgemeininfrastruktur, sondern nach der Inbetriebnahme der Steinbachtalsperre über mehr als ausreichende Wasservorräte verfügte, war die Beitrittsoption für viele weitere Gemeinden attraktiv. Auf Initiative des Oberbürgermeisters Wittmann, der ein Gutachten eines Osnabrücker Planungsbüros zur Untersuchung des Verhältnisses der Stadt zu 25 weiteren Nachbargemeinden erstellen ließ, wurde in einem Stadtratsbeschluss die „unbedingte Eingemeindung“ der Gemeinden Fischbach, Dickesbach, Zaubach, Mittelreidenbach, Oberreidenbach, Schmidthachenbach, Sienhachenbach, Sien, Hintertiefenbach und Vollmersbach gefordert. Die Gemeinden Rötsweiler-Nockenthal, Siesbach, Gerach, Veitsrodt, Kirschweiler, Hettenrodt und Mackenrodt sollten ein Eingliederungsangebot erhalten. Daraufhin wurde die Kreisverwaltung in Birkenfeld aktiv, und es kam zu einem Kreistagsbeschluss, in dem die als rücksichtslos empfundene Eingemeindungspolitik der Stadt Idar-Oberstein verurteilt wurde. Da sich mittlerweile bei den Beitrittsgemeinden und auch der Stadt Idar-Oberstein selbst eine gewisse Ernüchterung hinsichtlich der Eingemeindungen eingestellt hatte, verliefen alle weiteren Initiativen im Sand bzw. wurden eingestellt.

Am 1. Januar 1994 wurde der den Truppenübungsplatz umfassende Gutsbezirk Baumholder aufgelöst, wobei mehrere Flurstücke, auf denen die Gemarkungen abgesiedelter Gemeinden lagen, auch an die Stadt Idar-Oberstein fielen, die ihre Stadtfläche so vergrößerte.

Wirtschaftsgeschichte

Die Orte Idar und Oberstein entwickelten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts neben Pforzheim, Hanau und Schwäbisch Gmünd zu einem der vier wichtigsten Schmuckzentren Deutschlands. Aufgrund der natürlichen Vorkommen an Achaten, Jaspis und anderen Edelsteinen waren in Idar und Oberstein schon früh die Berufe des Achatschleifers und später auch des Achatbohrers entstanden. Als Folge siedelten sich um 1660 Goldschmiede in der Region an, denn durch das Fassen der Achatwaren konnten deren Absatzmöglichkeiten gesteigert werden. Die Goldschmiede siedelten sich hauptsächlich am Obersteiner Naheufer an, die Achatschleifer hingegen am Idarbach wegen der besseren Wasserverhältnisse zum Betreiben der Schleifsteine. Da die Nahe regelmäßig Hochwasser führte, hätte sie die Schleifmühlen überschwemmt. Für die Goldschmiede war die Nahe jedoch ideal, da sie für viele Arbeitsvorgänge Wasser brauchten. Deshalb lagen alle frühen Fabrikgründungen am Obersteiner Naheufer.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erschöpften sich die regionalen Achatvorkommen. In Idar verarbeitete man von da an brasilianischen Achat, in Oberstein fand eine Entwicklung zur reinen Metallwarenherstellung statt, und das Goldschmiedehandwerk emanzipierte sich von der Achatschleiferei. Dies führte in Oberstein Ende des 19. Jahrhunderts zur Gründung zahlreicher Uhrkettenfabriken, die zu einem weltweit bedeutenden Industriezweig wurden. Mit dem Aufkommen der Armbanduhr während des Ersten Weltkriegs wurde die Produktion mehr und mehr auf Modeschmuck umgestellt. Die großen Namen waren z. B. Jakob Bengel, Klein & Quenzer, Ziemer & Söhne, Carl August Haupt, Gebrüder Stern, Gottlieb & Wagner, Carl Maurer Sohn, Walter Fischer, Ernst Schindler – Prägeanstalt – u. v. m. Mit dem Aufkommen verschärfter Umweltauflagen und der Konkurrenz aus Billiglohnländern in den 1970er Jahren wurde die Lage für die Modeschmuckfabriken immer schwieriger. Doch noch heute gibt es in Idar-Oberstein einige Schmuckfabriken aus der Gründerzeit. Im Industriedenkmal Jakob Bengel hat sich eine Schmuckfabrik im Originalzustand erhalten, die zu besichtigen ist. Der Stadtteil Idar war und ist teilweise noch heute der Welthandelsplatz für Edelsteine neben Antwerpen und Amsterdam, deren Schwerpunkt jedoch im Diamantenhandel liegt. In der Blütezeit waren für die Idarer Diamantschleifereien rund 7000 Diamantschleifer beschäftigt sowie etliche Tausend Achat- und Schmucksteinschleifer.

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